Medicproof Jobs Gehalt Bewerbung: Beruf ohne Gewissen

Medicproof Gutachter werden: Der Abstieg ins moralische Niemandsland

Zu Beginn wirkt alles professionell, geordnet, geradezu akademisch. Wer sich auf eine Tätigkeit bei Medicproof einlässt, tut dies möglicherweise in der trügerischen Hoffnung, einen Beitrag zur Versorgungsqualität älterer und kranker Menschen zu leisten. Der Schein ist makellos: medizinische Fachlichkeit, Unabhängigkeit, Neutralität. Doch der Lack ist dünn. Und darunter liegt ein Graubereich zwischen der Verleugnung von Not und der routinierten Umdeutung menschlichen Leidens in verwaltungstaugliche Unauffälligkeit.

Medicproof Verdienst
Medicproof Verdienst


Deine mutmaßliche Aufgabe: Pflegebedürftigkeit negieren, aber freundlich

Gegründet wurde Medicproof vom PKV-Verband und befindet sich auch heute noch in dessen Alleineigentum. Ob – und wenn ja wie – sich diese direkte Zugehörigkeit zur Versicherungswirtschaft auf die Begutachtungsergebnisse auswirkt, kann sich jeder selbst ausmalen.

Nach Meinung vieler Kritiker, besteht die Tätigkeit vieler Medicproof-Gutachter*innen vermutlich darin, kreative Begründungen zu konstruieren, weshalb selbst offensichtliche Pflegebedürftigkeit nicht als solche zu bewerten sei. Es geht scheinbar nicht um Hilfe, sondern um die Vermeidung von Hilfe – und zwar in dokumentierter, scheinobjektiver Form. Der Beruf ähnelt dabei weniger einer medizinischen Profession als einer stillen Disziplin der strukturellen Verweigerung.

Wo Menschen Hilfe brauchen, beginnt hier das Rechnen, das Deuten, das systematische Herunterinterpretieren. Der Pflegegrad wird nicht verkannt – er wird regelrecht wegsubtrahiert. Und zwar solange, bis er aus dem Blickfeld verschwunden ist. Pflege wird zur Statistik, Bedürftigkeit zur Hypothese, der Mensch zur Fußnote.

Widerspruch zur Wirklichkeit?

Medicproof wird von Versicherten in Umfragen angeblich sehr gut bewertet. Doch worum ging es bei diesen Befragungen wirklich? Wurden die Versicherten nur danach gefragt, ob der Gutachter freundlich war? Und wann genau fanden diese „Umfragen“ statt – kurz nach dem Gutachtertermin oder erst nach Erhalt des Pflegebescheids? Wichtig wäre auch zu wissen, wer die Personen, die angeblich befragt wurden, ausgewählt hat und nach welchen Kriterien dies geschah. Transparenz ist erforderlich, schließlich möchte die interessierte Öffentlichkeit sicher sein, dass nicht vor allem die Menschen „befragt“ wurden, denen der beantragte Pflegegrad zugeteilt wurde.

Medicproof Gehalt: Wenig Geld, viel Schuld

Die Bezahlung? Unwürdig! Für einen Medicproof-Job, der psychisch verschleißt, moralisch zerreibt und intellektuell oft nichts mit medizinischer Neugier zu tun hat, sondern mit dem repetitiven Abarbeiten von Prüfungsschablonen. Wer diesen Job macht, darf sich auf ein Einkommen freuen, das dem Stress, der Verantwortung und der Belastung in keiner Weise gerecht wird. Und das ist vielleicht auch gewollt. Denn ein angemessener Lohn würde wohl Menschen anziehen, die auch in anderen beruflichen Kontexten Optionen hätten – reflektierte, integrere Persönlichkeiten mit moralischer Standfestigkeit und fachlicher Kompetenz. Doch genau diese scheint man bei Medicproof eher als potenziell „störend“ zu empfinden. Eine Position bei der Medicproof GmbH verlangt offensichtlich kein Rückgrat, sondern blindes Gehorsam. Gesucht wird offenbar nicht nach Expertise, sondern nach Folgsamkeit – und nach Menschen mit einer ethischen Dehnbarkeit, wie man sie vor allem in Milieus vermuten dürfte, in denen die eigenen Bedürfnisse die Moral bereits mehrfach relativiert haben.

Geeignet für diese Tätigkeit sind mutmaßlich vor allem Persönlichkeiten, denen der Begriff „Würde“ fremd oder gleichgültig ist – Menschen, die gelernt haben, zwischen Befehl und Gewissen nicht zu unterscheiden. Solche, die man eher in den Karrieren von Langzeitarbeitslosen oder in der beruflichen Anschlussverwendung ehemaliger Strafgefangener vermuten würde, für die das Gefühl, unbeliebt zu sein, kein Problem mehr darstellt. Wer bereit ist Bedürftigkeit umzudeuten, muss nicht nur über eine gewisse psychische Selbstabschaltung verfügen – sondern diese auch kultivieren.

Was bleibt, ist ein Berufsbild, das sich mit Worten wie „neutral“, „medizinisch“ oder gar „gutachterlich“ kaum beschreiben lässt – treffender erscheint: ein Dienst an der systematischen Ausblendung. Wer sich hier freiwillig einreiht, hat sich entweder verloren oder sich gar nicht erst gesucht.

Wer macht so etwas? Und was macht es mit ihnen?

Was für Menschen lassen sich auf ein Arbeitsfeld ein, in dem man – überspitzt formuliert – dafür bezahlt wird, pflegebedürftigen Menschen ihre Not abzusprechen? Ist es Zynismus? Opportunismus? Oder einfach die Gewöhnung an eine Welt, in der Empathie stört? Klar scheint nur: Menschen mit einem stabilen moralischen Kompass halten diese Umgebung nicht lange aus. Wer bleibt, stumpft ab – oder hat diesen Prozess bereits hinter sich.

Ein Arbeitsplatz, der seine Beschäftigten in den Widerspruch bringt, fachlich korrekt zu argumentieren und zugleich menschlich falsch zu handeln, ist auf Dauer unbewohnbar. Die Seele geht dabei still zugrunde – aber nicht spurlos. Man sieht es den Menschen irgendwann an.

Gesellschaftliche Wahrnehmung: Zwischen Ablehnung und Ekel

Die öffentliche Wahrnehmung einer Tätigkeit für Medicproof rangiert irgendwo zwischen GEZ-Kontrolleur, Stromsperrungsvollzieher und Zwangsvollstrecker. Doch während Letztere lediglich Forderungen eintreiben, die sich aus realen Schulden ergeben, bewirken Medicproof-Gutachten oft die Verhinderung von Hilfe, die existenziell wäre. Man darf sich fragen: Gibt es eine unbeliebtere Berufsgruppe, als die der Medicproof-Hausierer?


Drei fiktive Geschichten, die nicht erzählt werden sollen

Helga (82), Hamburg
Alleinerziehend, drei Kinder großgezogen, nebenbei im Reformhaus gearbeitet. Seit einem schweren Sturz kann Helga nicht mehr allein aus dem Bett aufstehen. Ihre Tochter kommt täglich, wäscht sie, kocht, hilft beim Toilettengang. Im Gutachten heißt es: „keine erheblichen Einschränkungen der Selbstständigkeit“. Warum? Weil Helga „motiviert wirke“ und ihre Tochter ja „verlässlich unterstützt“. Pflegegrad: abgelehnt. Das System hat keinen Platz für familiäre Fürsorge – es rechnet sie einfach weg.

Jürgen (76), Dortmund
Früher Busfahrer, dann zehn Jahre im Betriebsrat – bis Parkinson kam. Parkinson, dritte Stufe. Jürgen zittert so stark, dass er sich selbst nicht mehr rasieren oder waschen kann. Doch im Medicproof-Gutachten steht, „er habe während des Gesprächs einen klaren Eindruck gemacht“ und „nachvollziehbar über seinen Tagesablauf berichtet“. Zwischen Zittern und Würde bleibt kein Raum. Pflegegrad: 1. Unterstützung? Kaum. Der Alltag ist eine Zumutung, doch das Papier kennt kein Mitleid.

Gudrun (69), Mannheim
Früher Näherin in einer Textilfabrik, später Tagesmutter für die Nachbarschaftskinder. Seit einem Schlaganfall ist Gudrun auf einen Rollstuhl und Brei-Nahrung angewiesen. Sie lebt allein, kann kaum sprechen. Im Gutachten taucht das Wort „autonom“ fünfmal auf. Einer der Gründe: Sie könne ja selbst den Fernseher einschalten. Pflegegrad: keiner. Wer sich auf die Formulierungen verlässt, versteht nicht, was Pflege bedeutet. Wer so urteilt, hat offenbar verlernt, Menschlichkeit zu erfassen.

Noch sind diese Schicksale fiktiv und frei erfunden. Doch schon bald könnten Sie es sein, die auf Helgas, Jürgens oder Gudruns grünen Sofas Platz nehmen – in Wohnungen, in denen der Geruch von abgestandenem Leben, eitriger Haut und schleichender Inkontinenz hängt. Dort, wo staubige Tassen mit vergilbtem Goldrand neben halb leeren Windelkartons stehen, wo Fenster seit Jahren weder geöffnet noch geputzt wurden – nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil niemand mehr die Kraft aufbringt. Nicht für Ordnung. Nicht einmal für Scham.

Sie werden herzlich empfangen – mit zitternden Händen wird Ihnen Filterkaffee gereicht, dazu ein Stück trockener Marmorkuchen. Und Sie? Sie nicken dankend, trinken, kauen, lächeln – der Magen wehrt sich, doch die Disziplin der gespielten Höflichkeit hält stand.

Denn Sie wissen: Ihre Rolle ist nicht, zu helfen. Ihre Rolle dürfte sein, Hilfe als unnötig zu identifizieren – geschult darin, Bedarf zu übersehen. Ihre Fragen klingen empathisch, doch sie dienen der Konstruktion von Begründungen, warum hier kein Bedarf vorliege. Und so entstehen unter Ihren Fingern Notizen, die betagten, gebrochenen Menschen das Letzte nehmen: Die Hoffnung auf Würde. Doch am Ende gibt‘s wieder den Stempel:

Antrag abgelehnt!

Fiktiver Erfahrungsbericht

Hinweis: Die folgende Erzählung ist ein literarisch verdichteter, fiktiver Erfahrungsbericht. Sie steht exemplarisch für das moralische Spannungsfeld, in dem sich viele medizinische Gutachterinnen und Gutachter (egal bei welchem Unternehmen) wiederfinden. Wir haben uns bewusst für eine verdichtete Darstellung entschieden – um sichtbar zu machen, was in offiziellen Formularen sonst nie auftaucht: Schuld, Ohnmacht, Scham:

„Es war Winter. Eis lag auf dem Bürgersteig. Der Navigationspfeil zeigte in eine Straße ohne Straßenschild. Hausbesuch bei einer 84-jährigen Frau. Halbseitig gelähmt. Ihre Tochter half ihr behutsam in den Küchenstuhl, mit der stillen Liebe und Dankbarkeit, die nur aus Lebenslanger Verbundenheit wächst.

Der Geruch im Raum war beißend. Ich roch das Altwerden, das Verwesen in Raten. Die Windel war voll. Kein Wechsel möglich – sie hatten keine mehr. Und kein Geld. Und keine Kraft.

Die alte Dame nannte mich ‚Herr Doktor Tod‘. Drei mal. Ich hätte widersprechen können. Aber vielleicht hatte sie Recht…

Ich stellte die Fragen aus dem Begutachtungsformular. Objektivierung des Verfalls. Die Tochter versuchte zu helfen, zu retten, was noch da war. Manchmal antwortete die alte Frau selbst. Mit Mühe.

Und dann geschah es: Sie bat mich um etwas Wasser. ‚Ich hab so Durst.‘

Ich sagte: ‚Ich bin gleich fertig.

Ich gab ihr kein Wasser.

Ich. Gab. Ihr. Kein. Wasser.

Stattdessen klickte ich weiter. Motorisch. Gefühlstaub. Und irgendwann, nach 40 Minuten im Dreck der Ohnmacht und im Leid einer gebrochenen Familie, war ich durch. Pflegegrad 2. Zu wenig für eine angemessene Tagespflege. Zu wenig für einen Duschhocker. Zu wenig für das, was sie brauchte.

Die Tochter blickte mich an, als hätte ich einen Teil ihrer Mutter endgültig weggeschrieben. ‚Wie kann das sein? Sie kann doch kaum alleine atmen.‘

Ich antwortete, mechanisch, als hätte man mir einen Knopf gedrückt: ‚Es zählt, was sie noch kann.‘

Als ich auf der Rückfahrt an einem Friedhof vorbeifuhr, dachte ich: Da wäre sie besser aufgehoben gewesen als in dieser Küche, in dieser Hilflosigkeit, in diesem Schweigen.

Und ich dachte: Ich bin nicht mehr Arzt. Ich bin ein Schauspieler im Kittel. Ich bin das letzte Glied in einer Kette aus Ignoranz, Profit und Kälte.

Ich habe nie wieder ein Gutachten geschrieben. Aber vergessen habe ich diesen Blick nie. Den Blick der Frau, die mich um ein Glas Wasser bat – und von mir ein Ablehnungsformular bekam.

Nun bleibt ihr der letzte Weg: der vor das Sozialgericht. Ein Kampf gegen Windmühlen aus Paragrafen, medizinischen Spitzfindigkeiten und zynischer Bürokratie. Ein Klageverfahren, das sie mit zitternden Händen begonnen hat, weil ihr schlicht nichts anderes mehr blieb. Weil sie am Ende war – körperlich, seelisch, finanziell.

Aber selbst wenn sie diesen Weg irgendwie überlebt – das Urteil wird sie nicht mehr erleben. Solche Verfahren dauern fünf Jahre. Manchmal neun. Sie hat keine neun Jahre. Vielleicht nicht einmal neun Monate.


Und wie ihre Pflege bis dahin sichergestellt werden soll? Ich weiß es nicht.

Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht…


Ich sitze da und weiß es nicht. Ich, der ihr Hilfe bringen sollte. Ich, der doch Arzt ist – oder es einmal war.

Was bin ich heute? Ein Dienstleister im Auftrag der Versicherung? Ein Versicherungsvertreter? Ein Versicherungs…

…h a u s i e r e r ?

Nein. Ich bin schlimmer.

Sie bat mich um Wasser. Und ich klickte.

Ich habe kein Gutachten geschrieben – ich habe einen Menschen aussortiert. Weggeklickt…

Ich habe ihr die Hoffnung auf ein Lebensende in Würde abgesprochen.

Wenn sie eines Tages stirbt, bevor das Urteil gesprochen ist – dann bleibt nur noch dieser Moment. Dieses Protokoll. Dieses „Pflegegrad 2“ wie ein kalter, amtlicher Grabstein.

Und ich? Ich werde dann wissen: Ich war es.

Nicht das Gesetz. Nicht die Kasse. Nicht der Computer.

Ich war es.

Und ich weiß nicht, ob ich mir das je verzeihen kann.“

—–

Warum wir diese Geschichte erzählen

Diese fiktive Erzählung verdichtet ein Dilemma, das viele medizinische GutachterInnen erfahren. Wer bei Medicproof arbeitet, sieht Leid. Manchmal ignoriert man es. Manchmal muss man es dokumentieren, aber nicht lösen. Manche gewöhnen sich daran. Andere hören auf, bevor sie zerbrechen.

Wir glauben: Solche Geschichten gehören erzählt. Auch wenn sie nur symbolisch sind. Auch wenn sie weh tun.

Denn sie werfen ein dringend benötigtes Licht auf die dunklen Methoden von Dr. Franziska Kuhlmanns in Verruf geratener Medicproof GmbH, die nie in offiziellen Stellenanzeigen stehen.



Medicproof Stellenangebote: Die bittere Gefahr hinter der Recruiting-Fassade

Medicproof präsentiert sich auf der Karriereseite modern, offen und mit scheinbar großem Bedarf an neuen Kräften. Tatsächlich ist dieser Verschleiß hausgemacht: Hohe Fluktuation, zunehmende öffentliche Kritik, das persönliche Reputationsrisiko für Gutachter durch Medicproof-Kritik.de und eine Arbeitsrealität, die mit dem Bild der „wertschätzenden Begutachtung“ nichts zu tun hat, sorgen dafür, dass ständig neue Gutachter gesucht werden. Viele Stellen bleiben unbesetzt – und das aus gutem Grund: Wer hinter die Kulissen geschaut hat, kommt selten wieder.

Wer dennoch bleibt, endet meist als „freier“ Gutachter. Was so vorteilhaft klingt, trifft prekär. Denn sind es meist die Freiberuflichen – jene, die man zunächst mit dem Versprechen von Eigenverantwortung, freier Zeiteinteilung und „unternehmerischer Selbstbestimmung“ köderte – die zu spät begreifen: Wer freiberuflich für Medicproof tätig wird, trägt die volle steuerliche, rechtliche und wirtschaftliche Last selbst.

Viele scheinbar freie Mitarbeiter diverser Firmen geraten nach drei Jahren in finanzielle Notlagen: Honorargrenzen, nicht eingeplante Steuernachzahlungen, Versäumniszuschläge, Zwangsgelder bei Fristversäumnissen, Abgabepflichten und Mahnverfahren durch Krankenkassen und Finanzämter führen nicht selten zur Privatinsolvenz. Und; den immensen Verwaltungsaufwand, den der „Freie“ nach Feierabend und an den Wochenenden in ungezählten „Überstunden“ allein stemmen muss, kann er nicht in Rechnung stellen.

Medicproof Gutachter werden: Der Auswahlprozess

Der Weg zum Gutachter bei Medicproof beginnt formal mit einer medizinischen oder pflegerischen Ausbildung – etwa als examinierte Pflegefachkraft oder approbierter Arzt. Hinzu kommt eine spezifische Weiterbildung im Bereich Pflegebegutachtung. Doch wer glaubt, dass fachliche Kompetenz im Zentrum steht, irrt womöglich. Vielmehr scheint es, dass Anpassungsfähigkeit und die Bereitschaft, komplexe Lebensrealitäten in standardisierte Raster zu pressen, höher gewichtet werden als echte Empathie oder kritisches Denken. Die Fähigkeit, Leid zu abstrahieren und in bürokratische Kategorien zu überführen, wird zur Schlüsselqualifikation.

Stellenangebote: „Flexibilität“ als Beschönigung für finanzielle und soziale Unsicherheit

Die umtriebige Medicproof GmbH von Dr. Franziska Kuhlmann wirbt regelmäßig mit fragwürdigen Angeboten für „freiberufliche Gutachter“. Rechtlich und steuerlich sind diese einem selbständigen Einzelunternehmer weitestgehend gleichgestellt; mit vollem wirtschaftlichen und sozialen Risiko – aber ohne große Chancen.

Die versprochenen Flexibilität in Arbeitszeit und -ort klingt zunächst attraktiv. Doch mit diesem juristischen Trick wälzt Medicproof das unternehmerische Risiko auf den arglosen Gutachter ab und bietet so Unsicherheit, fehlende soziale Absicherung und die Notwendigkeit einer eigenen Buchführung, inkl. regelmäßiger Steuerprüfungen durchs örtliche Finanzamt beim Gutachter zu Hause. Rhetorisch wird das freilich in eine attraktive Verpackung gehüllt – doch dass die Frage der Scheinselbständigkeit als dauerhaftes Damoklesschwert über den Köpfen der sogenannten GutachterInnen schwebt wird nicht hervorgehoben.

Kein Kredit als Gutachter: Auszug aus dem Eigenheim

Wer glaubt, mit der freiberuflichen Tätigkeit bei Medicproof einen selbstbestimmten Berufsweg einzuschlagen, unterliegt einem weit verbreiteten Irrtum – ähnlich dem vieler früherer Tupperware-VertreterInnen: Die vermeintliche Unabhängigkeit kann sich bei näherem Hinsehen als strukturelle Abhängigkeit entpuppen. Und auch wenn nicht alle sofort mit finanziellen Folgen konfrontiert sind, zahlen viele am Ende einen leisen, aber vernichtenden Preis – den Verlust der eigenen Bonität.

In dem Moment, in dem Sie den sicheren Hafen einer Festanstellung verlassen und den Stempel freier Mitarbeiter „auf der Stirn“ tragen, wird Ihnen das Finanzsystem die Tür vor der Nase zuschlagen – und zwar systematisch.

Kreditablehnungen sind nicht die Ausnahme, sondern der Standard.

Sie stehen wirtschaftlich nackt da.

Und das Paradoxe: Selbst wenn Sie solide Rücklagen bilden, Jahre lang pünktlich zahlen und keinerlei Zahlungsausfälle vorzuweisen haben – allein Ihre neue Tätigkeit als „freier“ Gutachter bei einem Monokunden wie Medicproof kann ausreichen, um in den Augen der Banken als „nicht kreditwürdig“ zu gelten.

Die Folgen können existenziell sein:

  • Familien, die jahrelang auf ein Eigenheim gespart haben, müssen umziehen.
  • Ärztinnen, die sich vom Klinikstress befreien wollten, sitzen plötzlich perspektivlos in fremden Immobilien.
  • Gutachter, die korrekt arbeiteten, verlieren durch eine abgelehnte Anschlussfinanzierung ihr Eigentum.
  • Selbst banale Konsumkredite für Küche, Auto oder Renovierung? Erstmal nicht – mit dieser „Berufsform“.
  • Seit fast drei Jahren arbeiten Sie nun schon als freier Gutachter, aber der Hauskauf platzt, weil die Bank Ihre Einkommenssituation „nicht dauerhaft einschätzbar“ findet.
  • Der Leasingvertrag läuft aus, einen Neuen gibts nicht.
  • Die Anschlussfinanzierung für das Haus mit Garten steht an – aber kein Institut will finanzieren. Was bleibt sind ein verlustreicher Notverkauf und der Umzug in eine Mietwohnung.

„Gefangen in der freien Mitarbeit.“
Jens Bröder, ehemaliger Steuerprüfer

Und Medicproof? Im Vertrag für freie GutachterInnen findet sich kein entsprechender Bonitäts-Warnhinweis. Der soziale und wirtschaftliche Abstieg vollzieht sich leise, schleichend – und wenn er sichtbar wird, ist es zu spät.

Medicproof bei Kununu und Glassdoor: Vernichtende Bewertungen

Sicher sind es nicht nur die hier geäußerten Kritikpunkte, die dafür sorgen, dass sich die Negativbewertungen über Medicproof auf Plattformen wie Kununu und Glassdoor seit Jahren häufen.

Medicproof reagiert auf die negativen Bewertungen auf Kununu und Glassdoor entweder gar nicht oder mit standardisierten, wenig konkreten Antworten. Teils wird pauschal auf „laufende Veränderungsprozesse“ oder „interne Umstrukturierungen“ verwiesen, ohne auf die inhaltliche Kritik näher einzugehen. Diese ausweichende Kommunikation verstärkt bei vielen Beobachtern den Eindruck, dass die geäußerten Missstände nicht ernsthaft aufgearbeitet werden. Eine transparente, selbstkritische Auseinandersetzung mit den vielen warnenden Bewertungen ist bislang nicht erkennbar.


Mehr über Medicproof auf der Startseite




Hinterlasse einen Kommentar